Mittwoch, 17. April 2013

"Nur, wenn man weiß, woher man kommt..."

(Foto: SPD)


Vor 150 Jahren gründete Ferdinand Lassalle den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein. Seitdem haben große Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten die Geschichte geprägt. Zeit, um zurück zu blicken, sich auf Werte und Stärken zu besinnen und selbstkritisch zu sein, findet Christoph Petersen.

"Denn nur, wenn man weiß, woher man kommt, weiß man auch, wohin man will!"
...dieser Satz ist für viele Studierende der Geschichte, wie ich es einer bin, die einfachste Rechtfertigung zur Wahl des Studienganges. Aber dieser Satz ist mehr als nur eine Phrase. Das wird besonders in diesem Jahr deutlich. Im Jahre 1863 gründete Ferdinand Lassalle in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein. Dies war die offizielle Geburtsstunde der deutschen Sozialdemokratie, deren 150-jähriges Bestehen wir in diesen Tagen feiern.

Um diesen beachtlichen Geburtstag gebührlich zu feiern, halten Ortsvereine und Unterbezirke in der ganzen Bundesrepublik Veranstaltungen ab und ehren die großen Persönlichkeiten, Taten und Errungenschaft der Sozialdemokratie.

Auch in Chemnitz besinnt sich die Partei auf die bewegte und bewegende Geschichte der Arbeiterbewegung. So gab es schon im letzten Jahr eine gelungene Veranstaltung im Tietz zum 100-jährigen Jubiläum des Reichsparteitages und in diesem Jahr gab es und wird es viele weitere Veranstaltungen geben. Erwähnt seien die Eröffnung der Ausstellung "150 Jahre SPD – Nur mit Frauen erfolgreich", welche den Kampf um die Gleichberechtigung der Frau als eine herausragende Tradition innerhalb der Sozialdemokratie beschreibt. Auch haben sich die Chemnitzer Sozialdemokraten dafür eingesetzt die Wanderausstellung "Durch Nacht zum Licht? Geschichte der Arbeiterbewegung 1863 – 2013" ins Industriemuseum zu holen. Diese steht noch bis zum 25. August in Mannheim und wird am 29. Oktober in Chemnitz eröffnet. Dazu wurde letzte Woche im Industriemuseum unter dem Motto "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört. Arbeiterbewegungen in Deutschland seit 1945" eine sehr interessante Fachtagungen veranstaltet.

Eine Partei, besonders die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, wurde und wird stets von ihren engagierten und entschlossenen Mitgliedern geprägt. Zu nennen sind insbesondere die Ehrentage 13. August und 18. Dezember 2013. Das erstgenannte Datum ist der 100. Todestag des "Arbeiterkaisers" August Bebel, welcher auch der Autor des Werkes "Die Frau und der Sozialismus" war. Am anderen Datum wäre der erste sozialdemokratische Kanzler der Bundesrepublik Deutschlands Herbert Ernst Karl Frahm, besser bekannt als Willy Brandt, 100 Jahr alt geworden.

Die entscheidende Frage ist jedoch, ob wir uns während der Feierlichkeit nur gegenseitig auf die Schulter klopfen oder ob wir es schaffen der Bevölkerung wieder die Wichtigkeit einer starken und einflussreichen Sozialdemokratie, besonders im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl, vermitteln zu können. Dies kann uns gelingen in dem wir den Mut aufbringen, selbstkritisch auf die Jahre der letzten Regierungsverantwortung zu schauen und gleichzeitig jene sozialdemokratischen Politikalternativen anzubieten, nach welchen unsere Zeit schreit.

Und so möchte ich mit einem Zitat schließen, welche Jeans Jaurès, dem französischen Pendant August Bebels, zugeschrieben wird: "Die Tradition zu bewahren bedeutet nicht, in der erkalteten Asche der Vergangenheit herumzustochern, sondern das einmal entfachte Feuer weiterzugeben."

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