Montag, 2. Februar 2015

Kommentar: Der Ekel ist unerträglich groß

Freitag Legida, Samstag Chemnitz wehrt sich, Montag CEGIDA... Deutschland, Deutschland, du tüchtiges Land...

(Foto: Jusos Chemnitz)

Und obwohl es langsam echt nervt und in die Prüfungsphase auch gerade wirklich nicht reinpasst, bin ich am 9.2. wieder auf der Straße, um irgendwie zu zeigen, dass ich diese ganzen Idioten zum Kotzen finde. Weil es immer noch unerträglich ist, dass Menschen meinen, sich auf Kosten der Schwächsten einer Gesellschaft profilieren oder all ihre Probleme auf irgendetwas „Fremdes“ schieben zu können. Und weil viele Aussagen von AktivistInnen bei den *GIDA-Demos immer noch nicht mehr sind, als plumper rassistischer Dreck. Und weil es unmöglich ist, die Bilder vom deutschen Mob in Rostock-Lichtenhagen zu vergessen. Weil der Ekel, über das was gerade passiert, immer noch unerträglich groß ist. Größer als das Bedürfnis nach einem warmen Zimmer oder einer guten Note.

(Foto: Jusos Chemnitz)
Und genauso unerträglich groß ist mein Ekel über alle PolitfunktionärInnen, die gerade versuchen sich diesem Mob 3.0 anzubiedern, sich mit ihren FührerInnen treffen wollen, Verständnis äußern oder darüber debattieren, ob man am Asylrecht nicht doch noch was drehen könnte (Ja, ich rede von Markus Ulbig). Ja, man sollte am Asylrecht mal arbeiten! Aber bitte nicht Ihr! Das deutsche und europäische Asylsystem ist schon scheiße genug, auch ohne, dass man den Ressentiments derer nachgibt, die – an einem inzwischen beliebigen Wochentag - ihre Arschlochhaltung auf die Straße tragen und laut rausbrüllen. Ja, wir sollten was am Asylrecht verändern. Dazu gibt es auch gute Vorschläge. Aber wir sollten es im Interesse derer tun, die zum Schutz von Leib und Leben den beschwerlichen Weg hierher auf sich genommen haben und nun hier weitgehend rechtlos irgendwo am äußeren Rand der Gesellschaft stehen müssen. Das wäre nötig!

Ich habe kein Verständnis für die *GIDAS. Ich habe nur Wut und Verachtung übrig. Und Trauer darüber, dass es scheinbar immer noch SpitzenpolitikerInnen gibt, die meinen, man könne mit rassistischen Ressentiments verhandeln und für das Verständnis von derartigen „Sorgen“ werben. Mein Verständnis bekommt ihr nicht. Ihr seht nur auf der nächsten Demo wieder meinen Mittelfinger. 

Martin Bott

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