Donnerstag, 5. März 2015

Kommentar: Montags, Dienstags, 5. März - Nazis blockieren ist kein Scherz

Am heutigen 5. März ist es mal wieder so weit: Nazis missbrauchen einen traurigen Tag der Chemnitzer Geschichte um sich für ihre Intoleranz gegenüber Menschen zu rechtfertigen, mit denen sie noch nie ein Wort gesprochen haben. Aber natürlich wissen sie trotzdem besser als alle Anderen, wie genau sich diese Menschen generell verhalten. Wir „Gutmenschen“ nennen das Vorurteil, diese Propheten nennen es Wahrheit. Die Welt kann wirklich einfach sein, wenn man davon überzeugt ist, dass nur die Menschen die Wahrheit sagen, die sagen, was man hören will und alle Anderen Teil einer von der CIA geführten Verschwörung sind.


Für mich gibt es Nichts selbstverständlicheres als sich Nazis in den Weg zu stellen. Ich glaube, wer an sein Umfeld höhere Ansprüche als an den Status Quo hat, sollte auch bereit sein, sich dafür stark zu machen. Doch leider beginnt sich, nicht zuletzt auch in meinem Freundeskreis, die Meinung breit zu machen, man solle „Nazis einfach ignorieren“ oder „sich doch erstmal anhören“ was Lutz Bachmann eigentlich mit PEGIDA meint. Dieses falsche Verständnis finde ich besorgniserregend. Eben gerade auch weil PEGIDA uns gezeigt hat, dass gerade die Menschen, die man von ihrem Einkommen her dem Mittelstand zuteilen könnte immer offener werden, für rechtes Gedankengut und  sogenannte Überfremdungsängste. Natürlich könnte ich mir an einem Montag Nachmittag besseres vorstellen als bei kaltem Nieselwetter gegen eine Veranstaltung zu demonstrieren, in der ein Hassprediger gegen Hassprediger predigt. Aber ich finde, es geht nicht nur darum zu zeigen, wie verabscheuungswürdig man ihre Meinung findet, sondern auch darum, zu beweisen, dass Chemnitz mit CEGIDA nichts zu tun haben will.

Auch den Vorschlag des Dialogs halte ich nicht immer für sinnvoll. Mit Nazis zu reden ist, wie wenn der Mathelehrer dich den für die Hausaufgabe benötigten Stoff selbst erarbeiten lässt: Mit Freunden kann es echt witzig sein, aber meistens ist es einfach nur frustrierend und völlig ergebnislos. Doch egal ob Nazis in Zukunft besorgte Bürger*innen oder einfach Arschlöcher heißen: Sie haben solange keine Chance, wie sich ihnen Menschen entschlossen in den Weg stellen (oder setzen).


Lukas Peterson

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