Donnerstag, 16. April 2015

Pressemitteilung: Chemnitz braucht das Weltecho

In ihrem Artikel vom 15.04.2015 berichtet die Freie Presse über die durch Lärmklagen schwierige Situation des Weltecho. In dem Artikel heißt es, dass die Stadt den Betreibervereinen zunächst empfohlen habe höhere Zuschüsse zu beantragen, um fehlende Einnahmen aus Partys, die nicht stattfinden konnten, zu kompensieren. Vor der Sitzung des Kulturausschusses habe die Verwaltung jedoch den Ausschussmitgliedern empfohlen, eine Erhöhung der Zuschüsse abzulehnen. Die Jusos Chemnitz reagieren in einer aktuellen Pressemitteilung auf den Vorfall:


Die Jusos Chemnitz zeigen sich vor der Sitzung des Chemnitzer Kulturausschusses besorgt über die finanziell angespannte Situation des Weltechos, welches in seinem kulturellen Angebot von Lärmklagen bedroht wird. Die Vorsitzende der Jusos Chemnitz Sandra Göbel macht klar:

“Chemnitz braucht das Weltecho. Diese Einrichtung ist viel mehr als ein Ort, an dem gefeiert wird. Aber Kino, Ausstellungen, Theater und Vorlesungen sind nicht rentabel für die Betreibervereine. Deswegen braucht das Weltecho entweder Partys oder aber mehr Zuschüsse. Der Partybetrieb funktioniert nicht ohne weiteres, weil Lärmklagen gegen das Weltecho vorliegen. Dass die Stadt sich in dieser Situation gegen eine Erhöhung der Zuschüsse ausspricht zeigt, dass sie aus der Vergangenheit nichts gelernt hat. Wie teuer wird es uns kommen, wenn das Weltecho an seinem aktuellen Standort keine Zukunft hat? Wird die Stadt dann auch ein neues Objekt (siehe Atomino) aus dem Hut zaubern und den Umzug bezahlen? Und können wir uns darauf verlassen, dass die Betreibervereine Oscar und Ufer diese Posse mitmachen?
Die jetzige Debatte um das Weltecho zeigt wiedereinmal deutlich, dass wir es in unserer Stadt immer noch nicht geschafft haben einen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen der AnwohnerInnen und den Ansprüchen der Kulturschaffenden und jungen Menschen herzustellen. Denn während die AnwohnerInnen mit gutem Recht auf den Lärmschutz verweisen, wird junge Szene reglementiert, verklagt und gekrault. Zwar erklärt die Stadt offiziell einen Anspruch darauf, dass junge Menschen sich hier verwirklichen können. Wie ernst kann man diesen Anspruch aber nehmen, wenn im Zweifelsfall nur Durchhalteparolen aus dem Rathaus kommen?   

Wir, die Jusos Chemnitz, sprechen uns klar für den geforderten Zuschuss der Vereine im Weltecho aus. Wer eine belebte Innenstadt will, der muss diese auch fördern. Eine Institution wie das Weltecho, die Bildung und Kulturszene vereint,  darf nicht auch noch an Randgebiete gedrängt werden. Unser Anspruch sollte es sein, dass wir einen Dialog anstoßen und die allgemeine Frage klären “Wem gehört die Stadt?” und “”Wie gelingt es uns unsere Ansprüche in Einklang zubringen?”.

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