Mittwoch, 1. Juli 2015

Mitmischen – Verjüngung im Bundestag

Eine paar Tage als Abgeordneter in Berlin zu verbringen, ist ein Traum von vielen politisch interessierten Jugendlichen. In diesem Jahr durften 315 14 – 21 Jährige hinter die Kulissen der Arbeit eines Abgeordneten schauen. Diskussionen in den Arbeitskreisen, Ausschusssitzungen und Fraktionssitzungen waren nur ein Teil des Programmes der fiktiven Parteien innerhalb des Planspiels. Ziel der ganzen Arbeit war die zum Schluss anstehende Plenardebatte mit anschließender Gesetzesabstimmung.
Was war deine Aufgabe im Planspiel?

Zuerst musste ich in die Rolle des 61-jährigen, kinderlosen Lokomotivführers aus Donauwörth schlüpfen.

Ich hatte das große Glück, zu Beginn des Planspiels in die Partei APD (Arbeiter Partei Deutschlands) zugelost worden zu sein. So viel es mir als Juso nicht sehr schwer, die Meinung meiner Partei konsequent gegenüber unserem Koalitionspartner, der CVP (christliche Volkspartei) zu vertreten und auch durchzusetzen.

Ich habe im Ausschuss „Arbeit und Soziales“ mitgearbeitet und über das Gesetz zur „Gleichstellung beim Bewerbungsverfahren“ diskutiert. Ich hatte die Aufgabe, die Ergebnisse unseres Ausschusses mit denen der anderen Parteien zu vergleichen und mit deren Delegationen über eventuelle Kompromisse zu verhandeln.

Du hast von einer Zulosung in die jeweiligen fiktiven Parteien gesprochen. Wie war denn dann das Klima innerhalb eurer Partei?

Davon abgesehen, dass ich das Prinzip, das Los entscheiden zu lassen, in welche Partei man gewählt und welche Meinung man vertritt nicht so glücklich fand, haben sich die Meisten gut in ihre Rolle hinein versetzt . Aufgrund der Sitzverteilung im deutschen Bundestag waren auch bei uns die Mehrheit der jungen Politiker aus den Reihen der jungen Union bzw. der CSU. Dieser Fakt störte die Zusammenarbeit innerhalb meiner Fraktion nicht wirklich. Es ist klar, dass bei einer Parteistärke von 93 Personen auch ein paar Leute dabei sind, die ihren Unmut über die Zulosung nicht überspielen konnten und deshalb auch wenig kompromissbereit waren. Der von uns mit 63 Stimmen gewählte Vorsitzende hat immer an den innerparteilichen Zusammenhalt appelliert.
Ein letzte Frage noch. Würdest du auch zukünftigen Interessierten zum Planspiel raten?
Ich würde es Jedem empfehlen, der sich gern politisch engagiert, aber auch dazu bereit ist, im Rahmen des Rollenspieles einen anderen politischen Standpunkt zu vertreten, als im realen Leben.
Ich bedanke mich bei Detlef Müller und meiner Juso-Chemnitz-Vorsitzenden Sandra Göbel, durch die es mir möglich gemacht wurde, beim Planspiel „Jugend und Parlament“ mitzuwirken.

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