Donnerstag, 30. Juli 2015

Bericht aus dem Camp: Was würde Manny Marc tun?

K.I.Z. singen in ihrem Lied  “Was würde Manny Marc tun?”:

“Teil mein Bett mit drei Fremden, weiß nicht genau wo ich bin
Hier gibt es keine Soldaten und trotzdem muss man uns beschützen
Wie soll ich eure Sprache lernen, was ich höre sind jeden Tag die selben Worte:
‘Verpisst euch wo ihr herkommt!’
Vielleicht gehts morgen zurück, sagen sie jeden Tag
Und mir scheint ihnen wärs lieber es wär heut schon soweit
Macheten oder Gesetze, eins von beiden bringt mich um“

Dieses Zitat beschreibt relativ treffend, wie eine Vielzahl von Deutschen eine Willkommenskultur definiert. Diese Auffassung, dass Menschen fremder Kultur unsere Identität auslöschen, und wir diese deshalb verteidigen müssen, indem wir einfach zeigen WIE deutsch wir sind, ist nicht zuletzt dank der *GIDA-Bewegung wieder salonfähig  in Deutschland geworden. Man ist ja schließlich kein Nazi, wenn man nichts gegen Juden hat (eigentlich aber doch, weil die ja das ganze Geld haben).

Doch nicht nur dieser “deutsche Tenor” gegenüber Fremden macht Asylsuchenden zu schaffen. Oft steht ihrem Wunsch auf einen Neuanfang im sicheren Deutschland eine quälend lange Bearbeitungszeit ihres Asylantrages im Wege. Um auf diesen Misstand aufmerksam zu machen, waren einige Asylsuchende gewillt in einem Camp direkt vor der Erstaufnahmeeinrichtung in Ebersdorf auszuharren, bis man ihre Anträge bearbeiten würde. Nicht nur wir Jusos, sondern auch viele andere freiwillige Helfer_innen haben das Camp regelmäßig besucht, Wasser und Decken gespendet und sich solidarisch mit diesem Anliegen gezeigt.

Nun wurde das Camp wieder abgebaut, nachdem es ein Treffen mit einer Vertreterin des BAMF gegeben hatte. Erreicht hat man, dass die Anträge der am Camp Beteiligten nun tatsächlich schneller bearbeitet werden sollen. Für die Menschen, die zum Teil seit fast einem Jahr auf die Bearbeitung warten ein ersehnter Erfolg. Denn viele von ihnen warten seit langem daruf endlich ihre Familien aus den Kriegsgebieten in Syrien und dem Irak hier nach Deutschland holen zu können und sie in Sicherheit zu wissen. Das Gespräch und das Medienecho darauf geben die Hoffnung, dass das BAMF die Anträge von Asylsuchenden in Zukunft schneller bearbeiten wird.


Lukas Peterson

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen