Donnerstag, 29. Oktober 2015

Kommentar: Und Ihr wollt das Volk sein?

Gerne würde ich mich auch mal einem anderen Thema widmen, aber im Moment lässt uns alle das Thema wohl nicht ganz los. PEGIDA gibt es jetzt seit einem Jahr. Die Forderungen sind die Gleichen geblieben, der Zulauf hat wieder zugenommen. Mir stellt sich die Frage, wie die Politik jetzt handeln sollte. Denn ich halte es für verfehlt, den Wünschen der selbsternannten besorgten Bürgern in Form von Gesetzen zu entsprechen. Im Kern ihrer Aussage sollten diese Ängste nicht Gegenstand der Flüchtlingspolitik sein. Denn diesen Menschen das Gefühl zu geben, dass man nur laut schreien muss um recht zu bekommen, ist das völlig falsche Signal. Denn jedes Entgegenkommen bedeutet, vor einem Weltauffassung zu Kapitulieren, gegen die sich nicht nur die SPD stemmt.

Die Einladung von Akif Pirincci ist das beste Beispiel für den Anspruch, und die Wertevorstellung, die PEGIDA und weite Teile ihrer Anhänger vertreten oder für unproblematisch befinden, in seiner Rede zum einjährigen Bestehen bewertete er die aktuelle Suche nach Erstaufnahmeeinrichtungen durch die Kommunen, in Zuge dessen es vereinzelt dazu kommen kann, dass nahezu leerstehende Häuser, deren Eigentümer die Kommune ist zur Nutzung in Betracht gezogen werden so: “Deshalb wird es auch nicht dabei bleiben, dass dieser Scheiß-Staat die Wehrlosen aus den Sozialwohnungen rausschmeißt. Bereits in ein paar Monaten werden Zwangseinquartierungen in ganz gewöhnliche Wohnungen und Häuser erfolgen, damit die kräftigen Männer aus dem Morgenland und aus der Savanne nicht so viel frieren müssen und fit für den Vergewaltigungsfrühling sind. Siehe Schweden und Norwegen.”

Man muss an dieser Stelle sagen, dass die Rede abgebrochen worden ist, weil die “Aufhören!” Rufe zu laut geworden sein sollen. Jedoch bekam Pirincci für Applaus für seine Gleichstellung der Flüchtlingspolitik mit der Innenpolitik des NS-Regims, bezogen auf die deutsche Bevölkerung :” Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm in Zukunft die Ausreise empfehlen kann, wenn er nicht pariert. Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZ’s sind ja leider derzeit außer Betrieb.“ noch Applaus.

Gerade jetzt ist es wichtig, ganz andere Akzente zu setzen, zu beweisen, das wir nicht vor der Menschenwürde einkicken, auch wenn es die Schwarze Null kosten sollte. Die Beste Antwort auf derartige Hetze ist eine Politik der kompromisslosen Tolleranz. Wir sollten nie vergessen, dass PEGIDA nicht die Mehrheit ist.


Lukas Petersohn

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