Samstag, 30. Januar 2016

Kommentar: Die Freiheit der Andersdenkenden

Was heißt eigentlich Freiheit? Wenn man im Duden nachschlägt, dann findet man als Definition:

  1. Zustand, in dem jemand von bestimmten persönlichen oder gesellschaftlichen, als Zwang oder Last empfundenen Bindungen oder Verpflichtungen frei ist und sich in seinen Entscheidungen o. Ä. nicht [mehr] eingeschränkt fühlt; Unabhängigkeit, Ungebundenheit
  2. Möglichkeit, sich frei und ungehindert zu bewegen; das Nichtgefangensein
  3. Recht, etwas zu tun; bestimmtes [Vor]recht, das jemandem zusteht oder das er bzw. sie sich nimmt

Wir glauben an einen Freiheitsbegriff nach Rosa Luxemburg: “Freiheit ist die Freiheit der Andersdenkenden.”

Auch die Nazis sprachen von Freiheit, als sie sich über andere Menschen stellten. Und als sie sich 1941 in einem Ferienort namens Wannsee zusammenfanden um gemeinsam zu beraten, wie man Unschuldige, besonders Juden, die man im Weg für das Großdeutsche Reich sah, am besten beseitigen könne. Aus dieser perversen Intention entwickelte sich eines der grausamsten Verbrechen der jüngeren Weltgeschichte: der systematische Mord an rund 6 Millionen Menschen.

Die nationasozialistische Freiheit bedeutete auch, in einen “sozialdarwinistischen Freiheitskrieg” zu ziehen, in dessen unerbittlicher Konsequenz 14 Millionen Zivilisten ihr Leben verloren. Und Menschen im belagerten Leningrad begannen aus Verzweiflung andere Menschen zu essen.

All das ereignete sich aus einer paranoiden verfehlten Ideologie, die ihre Legitimation im Streben nach der Freiheit des Deutschen Volkes sah. Den Menschen, die diesem Wahnsinn zum Opfer fallen mussten, gedenken wir heute. Sie mahnen uns, aufrecht und achtsam durch die Welt zu gehen, die Freiheit der anderen zu ehren, zu schützen und sie verpflichten uns alle selbstbewusst jeder Form des Rassismus und der rassistischen Gewalt entgegenzutreten.

Damit sich soetwas nie wieder ereigne!


Lukas Petersohn

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